Die Zukunft der S-Bahn-Stuttgart

Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur RegionalwahlNikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur Regionalwahl
Die S-Bahn-Stuttgart in ihrer heutigen Form ist insbesondere in Stuttgart nicht zukunftsfähig und stellt regelmäßig die Geduld der Fahrgäste auf die Probe. Zu den notwendigen von den Piraten ausgearbeiteten Maßnahmen äußert sich Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat zur Regionalwahl:

»Die zu hohe Auslastung der Stammstrecke führt zu regelmäßigen Verspätungen und verhindert die Schaffung benötigter Linienführungen und Verbindungen. Die Einführung der ET430-Züge mit den durch mangelhafte Türen verursachten längeren Abfertigungszeiten haben endgültig verdeutlicht, wie dringend hier gehandelt werden muss.

Wir fordern daher die reguläre Miteinbeziehung der Gäubahn in Stuttgart in das S-Bahn-Netz. Damit einhergehen muss selbstverständlich, dass die Strecke endlich mit angemessenen Lärmschutzmaßnahmen ausgestattet wird. Eine neue S-Bahn-Station, etwa im Bereich der Lenzhalde, würde darüber hinaus die Nahverkehrsanbindung in dem Bereich verbessern und die Busse entlasten. Hierbei würde es sich um eine besonders kostengünstige Erweiterung der S-Bahn handeln, da die Gäubahn in Stuttgart bereits grundsätzlich für den S-Bahn-Betrieb ausgelegt ist.

Darüber hinaus sollte die Einführung einer Tangentialverbindung zwischen Bad Cannstatt und dem Nordbahnhof ernsthaft in Betracht gezogen werden. Dies würde mit relativ geringem Aufwand zu einer merklichen Entlastung des Hauptbahnhofes führen. Auch der Ringschluss im Süden zwischen Filderstadt und Wendlingen muss zügig angegangen werden.

Wir sehen überfüllte und verspätete S-Bahnen, unattraktive Taktfrequenzen sowie fehlende Verbindungen als zentralen Grund dafür, dass viele Menschen in der Region den Invidiualverkehr der S-Bahn vorziehen. Wenn wir die Verkehrs- und Feinstaubprobleme in Stuttgart in den Griff bekommen wollen, führt kein Weg an einer signifikanten Verbesserung der S-Bahn vorbei.«

Nahverkehr in Stuttgart: Mehreinnahmen durch günstigere Tickets möglich

Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur RegionalwahlNikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur Regionalwahl
Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der Regionalwahl erklärt:

»Dass eine massive Senkung der Ticket-Preise, wie von den PIRATEN gefordert, ein finanzieller Erfolg sein kann – im ersten Moment mag das absurd klingen. Dahinter aber steckt ein Konzept, dass sich in angepasster Form auch auf Stuttgart übertragen lässt und einen geeigneten Weg in Richtung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs darstellt.

Vor zwei Jahren hat die Stadt Wien den Preis der Jahreskarte von ursprünglich 449 auf 365 Euro gesenkt. Das Ticket gilt für die Zone 100 im Verkehrsbund Ost-Region mit 1,8 Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: Das VVS-Jahresticket für die Zonen 10 und 20 mit etwa 640.000 Einwohnern kostet mit 785 Euro mehr als das Doppelte bei einem viel kleinere Einzugsgebiet. Der Nahverkehr im Großraum Stuttgart ist für die Fahrgäste also ein sehr teurer Spaß.

Die 365-Euro-Jahreskarte wiederum ist voll und ganz gelungen. Die Zahl der Jahreskartenbesitzer hat sich seit der Einführung von 450.000 (2011)* auf 600.000 (2013) massiv gesteigert, das Projekt ist also auch ein finanzieller Erfolg. Die absolut Zahl der Fahrgäste ist von 875 Millionen (2011) auf 900 Millionen (2013) dagegen nur leicht angewachsen, wiederum hat die Gelegenheitsnutzung deutlich zugenommen und die Wiener Linien konnten ihren Kundenkreis erweitern.

Von diesem Erfolgsmodell kann auch Stuttgart so einiges lernen. Die ständig wachsenden überproportional hohen Ticketpreise laden nicht gerade dazu ein, freiwillig auf das Auto zu verzichten oder sich auch als Gelegenheitsnutzer ein Jahresabo anzuschaffen. Hier bleibt ein enormes Potential ungenutzt, den Straßenverkehr zu entlasten und neue Kunden für den Nahverkehr zu gewinnen. Einhergehen muss das ganze freilich mit einer deutlichen Vereinfachung des aktuellen Tarifzonenmodells.

Die von uns geforderten Maßnahmen sind darüber hinaus Teil des Prozesses zur Einführung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs für Stuttgart

Pressemitteilung der Piratenpartei Stuttgart

* Update: Wir hatten hier fälschlicherweise die Jahreskarten pro Haushalt erwähnt. Fehler korrigiert.