Stuttgart braucht endlich einen anständigen ÖPNV-Nachtverkehr

Anke Daiber, Spitzenkandidatin der Piratenpartei zur Gemeinderatswahl, Listenplatz 2Anke Daiber, Spitzenkandidatin der Piratenpartei zur Gemeinderatswahl, Listenplatz 2
Unattraktive Linienführung und schlechte Abdeckung: Stuttgart macht vor, wie man Nachtbusse nicht betreiben sollte. Von den Verantwortlichen wird das Problem ignoriert, es ist die Rede davon, dass ja kein Bedarf da sei. Kein Wunder, bei dieser Linienführung, meinen die Piraten. Anke Daiber, Spitzenkandidatin der Piratenpartei zur Gemeinderatswahl auf Listenplatz 2 erklärt:

»Bisher war jede Verbesserung des Nachtverkehrs in Stuttgart, wie zuletzt mit der Einführung des nächtlichen S-Bahn-Verkehrs, ein großer Erfolg. Trotzdem steht man was weitere Verbesserungen angeht auf der Bremse.

Für jüngere Menschen wie auch für die Clubbetreiber in Stuttgart ist die momentane Situation nur wenig attraktiv und steht einem belebten Nachtleben in Stuttgart an Wochenenden im Weg. Wir möchten, dass hier endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden und ein Nachtverkehr mit Stadtbahnen eingerichtet wird.

Darüber hinaus sollte es auch unter der Woche endlich einen Nachtverkehr geben, um für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs die sehr unangenehme Lücke in der Betriebszeit zu schließen.«

Nahverkehr in Stuttgart: Mehreinnahmen durch günstigere Tickets möglich

Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur RegionalwahlNikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Stuttgarter Piraten zur Regionalwahl
Nikolai Kliewer, Spitzenkandidat der Piratenpartei bei der Regionalwahl erklärt:

»Dass eine massive Senkung der Ticket-Preise, wie von den PIRATEN gefordert, ein finanzieller Erfolg sein kann – im ersten Moment mag das absurd klingen. Dahinter aber steckt ein Konzept, dass sich in angepasster Form auch auf Stuttgart übertragen lässt und einen geeigneten Weg in Richtung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs darstellt.

Vor zwei Jahren hat die Stadt Wien den Preis der Jahreskarte von ursprünglich 449 auf 365 Euro gesenkt. Das Ticket gilt für die Zone 100 im Verkehrsbund Ost-Region mit 1,8 Millionen Einwohnern. Zum Vergleich: Das VVS-Jahresticket für die Zonen 10 und 20 mit etwa 640.000 Einwohnern kostet mit 785 Euro mehr als das Doppelte bei einem viel kleinere Einzugsgebiet. Der Nahverkehr im Großraum Stuttgart ist für die Fahrgäste also ein sehr teurer Spaß.

Die 365-Euro-Jahreskarte wiederum ist voll und ganz gelungen. Die Zahl der Jahreskartenbesitzer hat sich seit der Einführung von 450.000 (2011)* auf 600.000 (2013) massiv gesteigert, das Projekt ist also auch ein finanzieller Erfolg. Die absolut Zahl der Fahrgäste ist von 875 Millionen (2011) auf 900 Millionen (2013) dagegen nur leicht angewachsen, wiederum hat die Gelegenheitsnutzung deutlich zugenommen und die Wiener Linien konnten ihren Kundenkreis erweitern.

Von diesem Erfolgsmodell kann auch Stuttgart so einiges lernen. Die ständig wachsenden überproportional hohen Ticketpreise laden nicht gerade dazu ein, freiwillig auf das Auto zu verzichten oder sich auch als Gelegenheitsnutzer ein Jahresabo anzuschaffen. Hier bleibt ein enormes Potential ungenutzt, den Straßenverkehr zu entlasten und neue Kunden für den Nahverkehr zu gewinnen. Einhergehen muss das ganze freilich mit einer deutlichen Vereinfachung des aktuellen Tarifzonenmodells.

Die von uns geforderten Maßnahmen sind darüber hinaus Teil des Prozesses zur Einführung eines fahrscheinlosen Nahverkehrs für Stuttgart

Pressemitteilung der Piratenpartei Stuttgart

* Update: Wir hatten hier fälschlicherweise die Jahreskarten pro Haushalt erwähnt. Fehler korrigiert.